Das Blut der Götter
…und es begab sich also, dass der Dämonenfürst Asmodeus niedergeworfen und
jenseits des Seelenspiegels eingekerkert wurde.
Und mit ihm die Heerscharen der Hölle und alle Kreaturen die ihm zu Willen waren.
Zu ihren Wächtern aber bestimmten die Götter in ihrer Weisheit die Hayyed Feyyar,
das Volk Bashais, das schon seit ewigen Zeiten die Wüste von Manaar seine Heimat nannte.
Auf dem Gipfel des Berges Umar geschah es aber, dass die Ewigen sechs aus den
Reihen der Hayyar Feyyad bestimmten, die Kraft der Unsterblichen in sich aufzunehmen.
Die Flüsse hielten inne und die Winde von Zaran, die seit dem Anbeginn der Zeit
über die Weite jagten, waren still und lauschten den Worten der Götter.
Und aus der Finsternis erklang eine Stimme rein und klar wie das Licht es ersten Tages.
"Fürchtet euch nicht, ihr Menschen von Manaar, denn ihr seid auserwählt aus allen Wesen der Weite.
Siehe, die Hayyed Feyyar sind vergangen, doch ihr sollt nicht wandeln in der Dunkelheit,
denn ich rufe euch in das Licht bei eurem Namen.
Volk der Erwählten, Volk der El Khaddim, trete aus dem Schatten und
vernimm deine Bestimmung, denn dies ist der Wille der Unsterblichen:
Wisset, auf euren Schultern tragt ihr das Schicksal der Welt,
denn ihr seid erwählt, die Mächte der Finsternis bis in alle Ewigkeit
in ihrem Gefängnis jenseits des Seelenspiegels zu halten,
auf das sie nimmermehr Leid über die Weite bringen können.
Gehet hin und traget die Kunde zu allen Völkern auf dass sie
euch zur Seite stehen bei eurer Pflicht.
Der Feind ist voller Grausamkeit und unirdischer
Bosheit, doch seid nicht verzagt, denn in euren Adern fließt das Blut der Götter.
Siehe, sechs Blutlinien sind heute begründet worden und
ihre Macht wird die El Khaddim über alle Kräfte der Finsternis obsiegen lassen.
Heil sei den ewigen Göttern! Heil ihrem erwählten Volk!
Und als die Stimme geendet hatte, erhob sich eine neue Sonne über der Weite und ihr Licht wies den El Khaddim den Weg und sie gingen hin, ihre heilige Pflicht zu erfüllen.
Belials erwähltes Volk
Doch ein Schatten verdunkelte diesen neuen Morgen,
denn in den Felsen des Berges Umar hatte sich ein Diener des Feindes
verborgen und brachte seinem Herren Belial Kunde von dem Plan der Götter.
Und dieser scharte alle, die der Verbannung hinter den Seelenspiegel
entgangen waren, in der Feste von Amon Dukar um sich und sie ersonnen einen finsteren Plan.
Von seinem Thron aus Feuer hub der Erzdämon an zu sprechen:
"Siehe, dies sind die Ränke, die Barinion und seine Speichellecker
zu unserer Vernichtung geschmiedet haben.
Doch abermals werden wir
die feigen Absichten meines Bruders durchkreuzen und seine eigenen Waffen gegen ihn wenden.
Gemeinsam wollen auch wir eine Blutlinie erschaffen
und in ihr soll der Untergang aller Hoffnung des Lichtes begründet liegen."
Und siehe, die Diener des Höllenfürsten machten sich auf,
ein Menschenvolk zu finden, welches das schwarze Blut der Dämonen in tragen sollte.
Ihre Suche endete im Tal von Khargor, wo ein Stamm von feigen Wüstenräubern
hauste, dem nichts heilig war und dem Verrat und Mord als höchste Tugend galt.
So begab es sich also, dass die Schergen Belials all ihre Niedertracht,
ihren Hass und ihre Grausamkeit in das Blut dieser Menschen versenkten
und der Himmel verfinsterte sich und das Gelächter des Dämons hallte durch die Nacht.
"Erhebt euch, meine Geschöpfe, bringt Schrecken und Tod
über die Kreaturen der Götter. Schleift ihre Städte,
schlachtet ihre Kinder und verschlingt ihre Seelen, denn alle Wesen
zwischen Himmel und Hölle sollen vor Angst erbeben und sehen, wozu mein Volk fähig ist.
Siehe, Barinion, dies ist das Werkzeug meiner Rache und der Vernichtung deiner elenden Brut.
Dies sind die Gom Jabbar."